Die Regeln für das Schärfen der Bohrer

Dank einem entsprechenden Gebrauch und durch die Einhaltung der Regeln des Schärfens können unsere Bohrer eine optimale Lebensdauer erreichen. Man kann auch die Ausgaben für das Werkzeug auf möglichst niedrigem Niveau halten. Das Schärfen der Bohrer ist ein präziser Vorgang, bei dem eine entsprechende Schleifmaschine, entsprechende Werkzeuge und entsprechendes Zubehör eingesetzt werden müssen. Der Vorgang bedarf auch hoher Qualifikationen des Bedienpersonals. Die Bohrer sollten häufig geschärft werden. Dadurch kann der übermäßige oder sogar katastrophale Verschleiß der Schneiden verhindert werden,
bei dem es sogar zu einem Abbrechen des Bohrers kommen könnte.

Es werden folgende Kriterien für das Abstumpfen der Bohrer angenommen:

  • Geringere Glätte der Oberfläche der gebohrten Öffnungen,
  • wesentliche Erhöhung der Temperatur beim Spanvorgang,
  • Verfärbung der Späne,
  • Überschreitung der Durchmessertoleranzen oder Verformung der Öffnung,
  • Akustisches Kriterium, d.h. übermäßiger Lärm,
  • Physische Erscheinungen für das Abstumpfen – in Form eines schmalen Dreiecks an der Schneide auf dem Schneiderücken, und in Form von Streifen auf der Spannfläche in der Spannut.

Die Überschreitung des zulässigen Grades des Abstumpfens kann dazu führen, dass die Schneide und im Extremfall sogar der Bohrer abbricht.

Vor dem Schärfen ist eine Sichtkontrolle des abgestumpften Bohrers durchzuführen. Dann sind Risse, Abbrüche und Sprünge an den Schneiden zu entfernen. Die Symmetrie der Schneiden muss erhalten bleiben und man muss sich an der ursprünglichen Form und an dem ursprünglichen Schärfegrad der Schneiden orientieren.

Die Voraussetzung für einen ordnungsgemäßen Schärfvorgang ist die Realisierung der Maßnahmen durch eine entsprechende Auswahl der Schärfe- und Kühlparameter, damit es nicht zu einer übermäßigen Erwärmung der Schneiden kommt. Übermäßige Temperaturerhöhung während des Schärfvorgangs kann die Entstehung von Schleifrissen, Mikrorissen, ein hohes Anlassen der Kantenbereiche oder sogar eine sekundäre Härtung zur Folge haben. Solche negative Erscheinungen tragen zur wesentlichen Senkung der Qualität der Bohrer bei. Je höherlegiert der Schnellarbeitsstahls ist, aus dem der Bohrer hergestellt wurde, desto sorgfältiger muss der Schärfevorgang sein. Die Bohrer aus Wolfram-Molybdän-Stahl müssen bei Schleifgeschwindigkeiten von 20-25 m/s und bei einem Vorschub von maximal 0,03 beim manuellen Beistellen, geschärft werden. Das Schärfen der Werkzeuge aus Kobalt-Schnellarbeitsstahl SK8M bedarf der Senkung aller
Parameter um 25% oder des Einsatzes der Borazon-Schleifscheiben.